Infektiöse Lungenerkrankungen

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Infektiöse Erkrankungen der tiefen Atemwege und der Lunge werden durch Bakterien, Viren (selten), Pilze und - in unseren Breiten sehr selten - durch Parasiten verursacht. Wegen des unterschiedlichen diagnostischen und therapeutischen Vorgehens wird zwischen außerhalb des Krankenhauses und im Krankenhaus entstandenen Lungenentzündungen unterschieden. Mehr als zwei Drittel aller Lungenentzündungen entstehen außerhalb des Krankenhauses. Von diesen Patienten muß aber wegen der Schwere der Erkrankung letztlich jeder vierte im Krankenhaus behandelt werden. Bei unkompliziertem Verlauf ist eine Lungenentzündung in zwei bis drei Wochen ausgeheilt. Schwerst kranke Patienten werden auf unserer Intensivstation behandelt und gegebenenfalls vorübergehend künstlich beatmet.

Eine Sonderform der Infektionskrankheiten stellt die Tuberkulose dar. Sie kann grundsätzlich jedes Organ befallen. 80% der Erkrankungen betreffen jedoch die Lunge und/oder das Rippenfell. Lymphdrüsen, Nieren und Geschlechtsorgane, Knochen und Gelenke sowie die Hirnhäute sind die häufigsten Manifestationsorte außerhalb der Atmungsorgane. Die Zahl der Neuerkrankungen an Tuberkulose hat in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. (Weltweit ist die Tuberkulose aber unverändert die häufigste Infektionskrankheit!).

An Tuberkulose erkrankte Patienten werden auf unserer Infektionsstation behandelt und sind in Einzelzimmern untergebracht, solange sie die Erreger abhusten und damit ihre Umgebung gefährden. In der Regel besteht nach vier Wochen medikamentöser Behandlung keine Ansteckungsfähigkeit mehr und die Isolierung kann aufgehoben werden. Mit den heutigen modernen Medikamenten ( Antituberkulotika ) kann nahezu jede Tuberkulose geheilt werden. Voraussetzung hierfür sind richtige Dosierung und regelmäßige Einnahme der Medikamente.

Schwierigkeiten sind in den letzten Jahren durch zwei Entwicklungen entstanden: Zum einen nimmt die Zahl der Patienten zu, die gleichzeitig an Tuberkulose und AIDS erkrankt sind. Die Abwehrschwäche dieser Patienten erschwert oft die Therapie der Tuberkulose und vermindert gleichzeitig die Erfolgsaussichten einer erfolgreichen Tuberkulosebehandlung.

Zum anderen nimmt – bedingt durch Migrationsströme aus Osteuropa und Asien – die Zahl der Tuberkulosen zu, bei denen zwei oder mehr der antituberkulotischen Medikamente von Beginn an unwirksam sind (multi drug resistance = MDR). Diese Patienten stellen ein besonderes Infektionsrisiko dar, die Behandlung ist schwierig, langwierig und kostenintensiv.

 

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