Bauchspeicheldrüsenkrebs – Behandlung und Therapie

Nur Layout

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist eine seltene Krebserkrankung, an der jährlich ca. neun von 100.000 Menschen erkranken. Jährlich erkranken deutschlandweit  zwischen 12.000 und 13.000 Menschen an einem Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 60. und 75. Lebensjahr.

Häufig wird der Bauchspeicheldrüsenkrebs erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Die vollständige Entfernung durch eine Operation ist bislang die einzige Möglichkeit der Heilung. Aufgrund der oft späten Diagnose und des aggressiven Verlaufs ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs trotz der seiner geringen Häufigkeit eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen.

 

Medizinische Grundlagen

pankreas.jpg
Anatomie und Funktion der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt im Oberbauch in unmittelbarer Nachbarschaft zum Magen, Zwölffingerdarm und Milz. Lebenswichtige Blutgefäße ziehen durch die Bauchspeicheldrüse beziehungsweise liegen in direkter Nachbarschaft. Der Gallengang verläuft durch den Kopf der Bauchspeichel-drüse und mündet gemeinsam mit dem Bauchspeicheldrüsengang im Zwölffingerdarm. Über den Bauchspeichel-drüsengang werden Verdauungssäfte mit wichtigen Enzymen, die verschiedene Nahrungsbestandteile im Darm aufspalten können, in den Darm geleitet. Weiterhin werden in der Bauchspeicheldrüse wichtige Hormone wie Insulin und Glukagon produziert, die den Blutzuckerspiegel regeln (endokrine Funktion).​

 

Die Erkrankung

Symptome des Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Erkrankung bleibt oft lange Zeit ohne Symptome. Häufig beklagen die Patienten uncharakteristische Beschwerden wie Oberbauchschmerzen, Rückenschmerzen, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit. Eine neu aufgetretene Gelbsucht kann Ausdruck einer Verlegung des Gallengangs sein, der durch den Pankreaskopf zieht und durch einen Tumor abgedrückt wird. Auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung kann erstes Symptom eines Bauchspeicheldrüsenkrebs sein.

 

Diagnostik / notwendige Untersuchungen

Wenn der Verdacht auf einen Bauchspeicheldrüsenkrebs besteht, ist zur Diagnosestellung der Erkrankung eine Reihe von speziellen Untersuchungen erforderlich.

Computertomografie

In der Computertomografie werden feine Schichtuntersuchungen des Körpers durchgeführt. Über die Gabe von Kontrastmittel ist eine genaue Abgrenzung der Blutgefäße möglich. Der Sitz und die Größe eines Tumors kann so sehr gut abgegrenzt werden. Absiedlungen eines Bauchspeicheldrüsenkrebs (Metastasen) können in Leber und Lunge erkannt werden.

ct.jpg

Computertomografie eines Tumors der Bauchspeicheldrüse

Endosonografie

Für die Endosonografie wird ein Endoskop über den Mund in den Magen und Zwölffingerdarm eingeführt. An der Spitze des Endoskops befindet sich eine Ultraschallsonde. Sie ermöglicht eine präzise Ausdehnungsdiagnostik des Bauchspeicheldrüsenkrebses und kann beispielsweise die Tumorausbreitung in wichtige Blutgefäße erkennen. Weiterhin ist es möglich über den Arbeitskanal mit einer feinen Nadel gezielt Proben aus dem Bauchspeicheldrüsenkrebs zu entnehmen. Die entnommenen Zellen werden dann nach spezieller Anfärbung von einem Pathologen unter dem Mikroskop untersucht. Diese Methode ist notwendig, um die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs zu beweisen.

Endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikografie (ERCP)

Für die ERCP wird ein flexibles Endoskop über den Mund in den Zwölffingerdarm vor die Öffnung des Gallen- und Pankreasgang vorgeschoben. Durch den Arbeitskanal des Endoskopes können verschiedene Katheter und Werkzeuge in den Gang der Bauchspeicheldrüse und den Gallengang vorgebracht werden. So ist es möglich Engstellen, die durch einen Bauchspeicheldrüsenkrebs verursacht werden mit sogenannten Stents zu überbrücken.

Ein im Rahmen einer ERCP in den Gallengang eingebrachter Metallstent, der eine durch einen Bauspeicheldrüsenkrebs verursachte En

Ein im Rahmen einer ERCP in den Gallengang eingebrachter Metallstent, der eine durch einen Bauspeicheldrüsenkrebs verursachte Engstelle überbrückt


Anhand der erhobenen Untersuchungsergebnisse berät abschließend ein Expertengremium aus Internisten, Chirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten über die stadiengerecht geeignete Therapie des Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Gemeinsam mit dem Patienten werden abschließend die Empfehlung des interdisziplinären Teams zur Therapie des Bauchspeicheldrüsenkrebs besprochen. Gemeinsam erfolgt die Therapieentscheidung unter Berücksichtigung des Patientenwunsches, seiner Lebenssituation und der medizinischen Empfehlungen.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Operation

Die Operation stellt die alleinige Therapie dar, mit der eine Heilung des Bauchspeicheldrüsenkrebs erreicht werden kann. Das operative Vorgehen richtet sich nach der Lage des Tumors in der Bauchspeicheldrüse. Bei der so genannten „Whipple Operation“, der partiellen Duodenopankreatektomie, werden der Kopf der Bauchspeicheldrüse, der Zwöffingerdarm, die lokalen Lymphknoten, die Gallenblase und der letzte Anteil des Gallengangs entfernt.

Die Entfernung der Bauchspeicheldrüse kann zur Folge haben, dass nicht mehr genug Insulin produziert werden kann. Blutzuckerkontrollen sind daher nach der Operation sehr wichtig. unter umständen muss Insulin dann durch Spritzen beispielsweise in die Bauchhaut zugeführt werden.

Nach der Operation

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs stellt die Patienten und Ihre Angehörigen vor eine enorme Herausforderung. Nicht nur die Erkrankung, sondern auch die Therapie, insbesondere die Operation werden als starke Bedrohung empfunden. Unser Ziel ist es, Sie und Ihre Angehörigen durch ein kompetentes und eingespieltes Team aus Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Psychoonkologen und Sozialdienstmitarbeitern mit der bestmöglichen Therapie zu versorgen, Ihre Genesung zu begleiten und auch für die Zeit nach der stationären Behandlung zu organisieren.

Chemotherapie und Strahlentherapie

Wird der Bauchspeicheldrüsenkrebs in einem Stadium erkannt, in dem eine Operation nicht mehr empfehlenswert ist, wird in der Regel eine Chemotherapie empfohlen. Durch die Chemotherapie ggf. mit Tumorbestrahlung kann eine lokale Kontrolle des Bauchspeicheldrüsenkrebs erreicht werden.

Palliative Therapie, konsequente Schmerztherapie

Diese Form der Therapie dient der Verbesserung der Lebensqualität und der Linderung von Schmerzen bei fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs. Zur Umsetzung haben wir speziell dafür ausgebildete Schmerztherapeuten, die in interdisziplinärer Zusammenarbeit an der Therapie der Patienten beteiligt sind. Durch den Einsatz von Stents (Draht- oder Kunststoffröhrchen zum Offenhalten von Verengung) können eingeengte Gallenwege oder ein eingeengter Zwölffingerdarm offen gehalten werden.

stent.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Metallstent im Zwölffingerdarm bei Einengung durch einen Bauchspeicheldrüsenkrebs
 

 

◄ zurück zum Bauchzentrum

◄ zurück zum Pankreaszentrum

 

 

 Kontakt

 
KRH Klinikum Robert Koch Gehrden
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
Von-Reden-Str. 1
30989 Gehrden
Telefon:
(05108) 69 2801
Fax:
(05108) 69 2802
KRH Klinikum Robert Koch Gehrden
Medizinische Klinik I
Von-Reden-Str. 1
30989 Gehrden
Telefon:
(05108) 69 2201
Fax:
(05108) 69 2202
 

 Wir unterstützen Sie

 
Für Fragen zum Bauspeichel-drüsenkrebs stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
 
Über die oben genannten Kontaktdaten können Sie einen Beratungstermin in unserer Chefsprechstunde vereinbaren.
 
Sollten Sie eine rasche Auskunft benötigen, werden Sie auch telefonisch an den Chefarzt oder einen Oberarzt weiterverbunden.
 
Hilfe zur weiteren Planung und Organisation Ihres Lebens nach Entlassung aus unserer Krankenhausbehandlung erhalten Sie bereits während des stationären Aufenthalts.