Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

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Neue Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie

Wesentliche Ursachen für die bedrohliche Zunahme der Atemwegserkrankungen ist das Rauchen; vor allem die zunehmende Zahl jugendlicher und weiblicher Raucher. Klima- oder berufsbedingte Umweltfaktoren sind deutlich weniger verantwortlich für diese Entwicklung. Im Gegensatz zu Krankheiten aus dem Herz-Kreislauf-Bereich, die insgesamt rückläufig sind, steigen die Atemwegserkrankungen weiter an. Die Weltgesundheitsorganisation hat errechnet, dass eine weitere Steigerung der Atemwegserkrankungen um 25% bis zum Jahre 2020 zu erwarten ist.

Es wird in den nächsten Jahren zur Steigerung der Todesursachen durch chronische Atemwegs- und Lungenerkrankungen, Emphysem, chronisch obstruktive Bronchitis kommen. Die COPD wird laut WHO-Analysen für das Jahr 2020 Platz 3 der "Hitliste" der 10 häufigsten zum Tode führenden Erkrankungen (hinter Herzkranzgefäßerkrankungen und Schlaganfall) einnehmen. Unter sozioökonomischen Aspekten sind Lungenerkrankungen von großer Bedeutung; sie verursachen ca. 20 Milliarden Euro, die zweithöchsten Kosten aller Krankheitsgruppen in Deutschland, sie werden nur noch übertroffen von den Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Therapie der COPD

In jüngerer Vergangenheit hat sich eine international besetzte Initiative ("GOLD", Global Initiative for chronic obstructive lung disease) mit dem Ziel konstituiert, allgemein akzeptierte Richtlinien zu Diagnostik, Schweregradeinteilung, Prävention und Therapie der COPD zu formulieren und zu verbreiten. Im Wesentlichen basierend auf der Lungenfunktion werden die Schweregrade der COPD definiert und die Differentialtherapie durchgeführt.

Hierzu gehören Inhalationstherapie mit Bronchodilatatoren in allen Stadien und zusätzlich inhalative Glukokortikoide bei höheren Schweregraden, vor allem, wenn es zuvor mehrfach zu Krankenhausaufenthalten infolge schwerer Infekte kam. Im fortgeschrittenem Krankheitsstadium der COPD mit Lungenemphysem und deutlichem Sauerstoffmangel (Hypoxämie) führt die Sauerstofflangzeittherapie zur Verbesserung der Überlebensrate und Lebensqualität. Insbesondere mit dem Ziel der Rekonditionierung eines nur noch gering mobilen COPD-Patienten ist der Nutzen von pulmologischer Rehabilitation nachgewiesen.

Nichtinvasive Heimbeatmung

Im Endstadium der COPD in Form der Atmungsinsuffizienz und Überlastung der Atmungsmuskulatur mit führender Hyperkapnie (PCO2 > 55 mmHg), wird zunehmend die nicht-invasive Heimbeatmung (mit einer Maske als Beatmungszugang) eingesetzt. Bei der akut respiratorischen Insuffizienz infolge exazerbierter COPD führt die nicht-invasive Maskenbeatmung im Vergleich zur invasiven Beatmung über Trachealtubus zur Verbesserung der Überlebensrate und Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes.


Implantation von endobronchialen Ventilen

Bei bestimmter Morphologie des Emphysems führt die Lungenchirurgie mit Lungenvolumenreduktion zur objektiv messbaren und subjektiv spürbaren Verbesserung. Als eines der wenigen Kliniken im norddeutschen Raum erfolgt bei uns seit 2010 die Implantation endobronchialer Ventile in schonender, minimal-invasiver Technik mittels Bronchoskopie.


 

 

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