Betriebsorganisation
Schon mit den Vorgaben zum Plangutachten zur Auswahl des Architekturbüros wurden die Grundprinzipien Interdisziplinarität, Flexibilität, Prozessorientierung und Nachhaltigkeit für den Krankenhausneubaus festgelegt.
Interdisziplinarität ermöglicht es, auf Doppelvorhaltungen zu verzichten. Es wird im neuen Krankenhaus z. B. nur eine von allen Fachabteilungen genutzte Interdisziplinäre Notaufnahme geben. In der interdisziplinären Endoskopie arbeiten drei Fachabteilungen in einem Funktionsbereich zusammen und verbinden ihre Kompetenz miteinander. Hierbei werden die Abläufe um den Patienten im Mittelpunkt strukturiert.
In der Notaufnahme bestehen kurze Wege zu allen Fachgebieten und ein schneller Zugang zur gesamten notwendigen Diagnostik. Interdisziplinarität, z. B. in den Pflegestationen und der Aufnahme, ermöglichen ein ressourcenschonendes Arbeiten.
Flexibilität sorgt z. B. in den Pflegebereichen dafür, dass Stationsgrößen auf die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden können, ohne dabei an Funktionalität und Qualität zu verlieren. Angepasst an Pflegeintensitäten und -kapazitäten können die Pflegebereiche untereinander angepasst und zusammengeschlossen werden. In belegungsarmen Zeiten lässt sich z. B. ein Teil eines Pflegebereichs schließen. Auf der interdisziplinären Intensivstation und Intermediate-Care-Einheit sorgt Flexibilität für einen Patientenfluss zwischen den Schweregraden der Versorgung.
Eine hohe Prozessorientierung wird sich durch die konsequente Umsetzung des Betriebskonzepts in die Baulichkeit des Krankenhausneubaus widerspiegeln. Das Betriebskonzept enthält die Grundforderungen an die inneren Abläufe und stellt Anforderungen an die Prozesse in der Patientenversorgung, die medizin-unterstützenden Prozesse und die Logistik des Hauses. Die innere Struktur deckt den Bedarf an schneller und umfangreicher Kommunikation, der Patient bewegt sich im Behandlungsverlauf auf kurzen Wegen, der Arzt kommt zum Patienten. Wichtig für die hohe Prozessorientierung sind die in der Planung realisierten Raum- und Funktionsbeziehungen mit direkter Nähe wichtiger Funktionseinheiten zueinander. Die Planung sieht ein Arbeiten in Standardraumkonzepten vor. Dies ermöglicht im Alltag eine hohe Praktikabilität und einen hohen Wiedererkennungswert.
Nachhaltigkeit steht im Konzept für eine Planung, die es auch nach längerer Betriebsdauer des Krankenhauses ermöglicht, Teilbereiche organisatorisch wie baulich umzuwidmen und den aktuellen Bedürfnissen anzupassen. Für die Zukunftsplanung sind Umnutzungen einfach denk- und umsetzbar. In Teilbereichen sind Entwicklungsflächen vorgesehen, zusätzlich lässt die Planung bewusst eine Erweiterungsmöglichkeit entlang einer Verlängerung der Gebäudemagistrale auf dem freiwerdenden Areal der heutigen Bestandsgebäude offen, sodass die Anbindung weiterer Nutzungen an das Krankenhaus möglich ist.
