„Entscheidung nicht dem Zufall überlassen“

Nur Layout
Veranstaltung des KRH Ethikkomitees zu künstlicher Ernährung über PEG-Sonden

Zunehmend werden Menschen mit Situationen konfrontiert, in denen das Für und Wider einer künstlichen Ernährung über eine sogenannte  PEG-Magensonde abgewogen werden muss.

Die Fragen, die in diesem Zusammenhang auftreten, sind hochkomplex und emotional belastend. Neben medizinischen und pflegerischen Aspekten sind es insbesondere ethische und rechtliche Fragestellungen, die Angehörige, Betreuende, Pflegende und Ärzteschaft beschäftigen.

Vor diesem Hintergrund lud das Klinische Ethikkomitee des Klinikums Region Hannover am 10. November zu einer öffentlichen Veranstaltung mit anschließender Diskussion in das Majid-Samii-Auditorium im KRH Klinikum Nordstadt ein. Der Einladung folgten mehr als 80 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer.


Das Team des Ethikkomitees

In seinem Grußwort betonte KRH-Geschäftsführer Dr. Friedrich von Kries die Bedeutung der Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen im Klinikum Region Hannover.

Anhand von Studienergebnissen beschrieb Prof. Sabine Bartholomeyczik vom Department für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke den Ablauf der Entscheidungsprozesse zur Anlage einer PEG-Sonde. Besonders für problematische Entscheidungssituationen erscheint eine Handlungsorientierung sinnvoll, um eine Entscheidung nicht dem Zufall zu überlassen. So wird z. B. empfohlen, in Krankenhäusern und Altenheimen bei Bedarf Fallbesprechungen einzuberufen und Informationshilfen zu nutzen.

Claudia Dinand vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. stellte in ihrem Fachbeitrag eine Entscheidungshilfe und einen damit verbundenen persönlichen Arbeitsbogen vor.  Zusammen bilden sie eine Ergänzung zu den bereits bestehenden Verfahren der Entscheidungsfindung.

Abschließend kam es zu einer angeregten Plenumsdiskussion. In dieser wurde die Bedeutsamkeit von Transparenz und Kommunikation innerhalb eines ergebnisoffenen Entscheidungsprozesses unterstrichen.

 

Freitag, 18. November 2011

 
 

 Weitere Informationen

 

Broschüre und Arbeitsbogen der ​PEG-Entscheidungshilfe auf der Website der AOK Gesundheitskasse

 

Internetseite des Klinischen Ethikkomitees