Landesregierung übergibt Förderbescheid für Kinderpsychiatrie

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Ministerin Cornelia Rundt besucht KRH Psychiatrie Wunstorf

Die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Cornelia Rundt (2. v. r.) übergibt den Förderbescheid des Landes für den Neubau der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der KRH Psychiatrie Wunstorf an Barbara Schulte, KRH Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur. Birgit Krukemeier und Johannes Brack, Mitglieder des Direktoriums der KRH Psychiatrie, freuen sich auf die Weiterentwicklung des Standortes.

Große Freude herrscht derzeit in der KRH Psychiatrie Wunstorf. Die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Cornelia Rundt hat am heutigen Freitag den Förderbeschied über 6,9 Millionen Euro für den Neubau der Kinder-/Jugendpsychiatrie übergeben. „Ich freue mich sehr, dass wir Ihnen hiermit den offiziellen Startschuss für die weiteren Planungen geben können“, erklärt die Ministerin. „Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wunstorf ist ein ganz wesentlicher Eckstein der psychiatrischen Versorgung der Bevölkerung in der Region.“

Entgegengenommen wurde der Bescheid von Barbara Schulte, KRH Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur und den Verantwortlichen für den Bau und den Betrieb der Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Dies ist ein guter Tag für die Familien in der Region Hannover, die in einer schwierigen Phase sind und der stationären psychiatrischen Hilfe bedürfen“, betonte Schulte. „Mit dieser Zusage werden wir in die Lage versetzt, unserem Versorgungsauftrag ein Stück besser gerecht zu werden.“

Der Bedarf an stationären und tagesklinischen Behandlungsplätzen für Kinder und Jugendliche ist groß. In den zurückliegenden Jahren gab es immer wieder Phasen, in denen die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychiatrie Wunstorf Patienten über der eigentlichen Planzahl von 30 stationären Betten aufnehmen musste. Gerade in solchen Phasen kommt erschwerend hinzu, dass nicht alle Bereiche der Stationen und der Behandlungs-, Aufenthalts- und Therapieräume aufgrund des baulichen Zustandes den aktuellen Bedürfnissen der Patienten in allen Facetten gerecht werden und eine angenehme Atmosphäre bieten können. Diesem sich verändernden Versorgungsbedarf will und muss das Klinikum Region Hannover gerecht werden. „Wir werden daher nach und nach unsere Stationsgebäude der Kinder- und Jugendpsychiatrie, die aus den 1910er und 1930er Jahren stammen, baulich ersetzen. Andere Klinikbereiche sollen ebenfalls ertüchtigt und saniert werden. Hierfür ist ein Ausweichquartier jedoch unabdingbar, da derartige Maßnahmen nicht im laufenden Betrieb umgesetzt werden können. Leere Stationen sind am Standort Wunstorf nicht vorhanden“, verdeutlich Johannes Brack, kaufmännischer Direktor der KRH Psychiatrie GmbH, die aktuelle Situation.

Mit den Planungen für das neue Gebäude mit zwei Stationen beschäftigt sich das Projektbüro Krankenhausneubau beim Klinikum Region Hannover seit fast drei Jahren. Der Entwurf steht und es ist klar, dass auf dem Gelände der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Bereich der Gustav-Kohne-Straße gebaut werden kann. „Bei unseren Planungen haben wir die besonderen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen berücksichtigt“, erklärt Anette Redslob, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. „Dies erkennen Sie beispielsweise an großzügigen, freundlich gestalteten und lichtdurchfluteten Räumlichkeiten, die jedoch auch besondere Schutz- und Sicherungsaspekte beinhalten.“ Die KRH Psychiatrie Wunstorf ist zuständig für die stationäre und teilstationäre psychiatrische Versorgung von etwa 700.000 Menschen im Nordosten der Stadt Hannover und der Region Hannover bis hin zu den Landkreisen Schaumburg und Nienburg. Das gleiche Einzugsgebiet hat auch die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. „Wir behandeln Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Spektrum kinder- und jugendpsychiatrischer Krankheitsbilder“, verdeutlicht Redslob. „Konkret bedeutet dies, dass wir Kinder und Jugendliche stationär und teilstationär therapieren, die an einer Depression leiden, eine bipolare Störung haben oder auch Familien, in denen pubertäre Entwicklungsschübe zu massiven Beeinträchtigungen des Lebensalltags führen.“

Die betroffenen Familien stecken häufig in einer sehr großen emotionalen Notsituation. „Wir sehen uns hier in der Pflicht, schnell und unkompliziert für ein Behandlungsangebot und gegebenenfalls für eine akute stationäre Aufnahme zu sorgen, damit die Betroffenen bald aus einer Abwärtsspirale in eine Phase der Stabilisierung oder auch Heilung kommen können“, fasst Redslob den Behandlungsansatz zusammen. Dabei hilft manchmal schon der räumliche Abstand aus dem gewohnten Umfeld. Hinzu kommen vielfältige Therapieangebote und Gesprächsangebote für die Kinder- und Jugendlichen sowie auch Gespräche mit den Eltern bzw. der Familie. „Bei manchen Störungsbildern ist es auch notwendig, in Absprache mit den Patienten und den Eltern Medikamente kontrolliert einzusetzen.“ In der Ambulanz werden Familien auch langfristig regelmäßig betreut. Es gibt Erkrankungen, die immer wieder stationäre Aufenthalte notwendig machen.

Der geplante Neubau wird zwei Etagen und eine Tiefparterre haben und insgesamt über etwa 2.800 Quadratmeter verfügen. Derzeit rechnet das Klinikum Region Hannover mit Baukosten von rund neun Millionen Euro.

 

Freitag, 06. Oktober 2017