Patientenakte digital – im Siloah schon ganz normal

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Auch Medikation wird auf PC gespeichert / KRH-weite Umstellung kommt

Digitale Pioniere auf Station B4 v.l.: Jette Landmesser (IT), Sarah Merten und Nadine Frerk (Apotheke), Gabriele Grahn (Projektleiterin IT), Ulrike Alberg (Pflege Bereichsleitung), Chefarzt Prof. Andreas Franke und Mia Younes (IT, Pflege).



Für den Arbeitsalltag auf Station ist es eine Revolution: Die Umstellung der Patientenkurve von handbeschriebenem Papier auf digitale Dokumentation im SAP-System. Im KRH ist das Klinikum Siloah Keimzelle des Wandels und die digitalen Pioniere sind auf der kardiologischen Station B4 tätig. Im Siloah startete die systematische Einführung der elektronischen Patientenakte vor vier Jahren, als der Siloah-Neubau eröffnet wurde. Es begann mit der WLAN-Ausstattung auf allen Stationen, Visitenwagen mit mobilen PCs, auf denen Vitalzeichen, Pflegeplanung und die klinische Verlaufsdokumentation gespeichert werden. Auf der B4 als Pilotstation ist auch die Medikation als zweite Phase der Umstellung bereits seit zwei Jahren komplett digitalisiert. Seit dem vergangenen Sommer wird nun Station für Station nahezu das gesamte Klinikum Siloah auf digitale Medikation umgestellt und damit die Patientenkurve digital geführt. Im März 2019 soll dann der erste KRH-Standort durchgehend digital sein und anschließend wird Schritt für Schritt auch in den anderen KRH-Häusern die elektronische Patientenkurve eingeführt.  

Das Riesenprojekt könne nur gelingen, wenn Ärzte, Pflegekräfte, Stationsapothekerinnen und IT-Fachleute eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten, betont Prof. Andreas Franke, Kardiologie-Chefarzt im Siloah. Natürlich habe es zu Beginn manchmal geknirscht, bis alles rund laufe, sagt Franke. Die einzelnen Berufsgruppen, „die verschiedene Sprachen sprechen“, müssten sich verstehen lernen. Die digitalen Kurven haben zahlreiche Vorteile: Alle Patientendaten sind jeder-zeit und überall abrufbar. Zeitaufwendiges Suchen von Laborberichten, Briefen und Befunden entfällt somit. Ein sehr großer Vorteil der digitalen Medikation ist auch, dass Probleme mit der Lesbarkeit der Handschriften von Kollegen entfallen – ein wichtiger Aspekt für die Patientensicherheit. Es entstehen auch weniger Übertragungsfehler, beispielsweise bei der Anordnung von Medikamenten in der klassischen Patientenkurve. Neben eindeutigen Medikationsangaben inklusive Dosierung und Applikationsart könne auch der digitale Medikamentencheck zur Vermeidung von Interaktionen und Doppelverordnungen einfacher vorgenommen werden, hebt Stationsapothekerin Nadine Frerk hervor.

Alles in allem werden Prozesse vereinfacht: Aufträge für Diagnostik und Therapie können direkt auf Visite am Patientenbett über den mobilen PC erstellt werden, ebenfalls Medikamente angeordnet, geändert oder abgesetzt werden. Die direkte Umsetzung im Patientenzimmer minimiert so eventuelle Informationsverluste.

Die vollständige und detailliertere Dokumentation führe auch zur verbesserten Leistungsabrechnung gegenüber der Krankenkasse durch zeitnahe Erfassung von DRG-relevanten Nebendiagnosen und Prozeduren, erläutert Prof. Franke. Zudem werde jede Dokumentation mit Name und Uhrzeit erfasst, sodass sich eine deutlich bessere Nachprüfbarkeit ergebe.

 

 

Montag, 10. Dezember 2018